Bauhaus Ulm: Von Peterhans bis Maldonado

Bauhaus Ulm: Von Peterhans bis Maldonado

Sonderausstellung im Studio HfG, HfG-Archiv / Museum Ulm, Am Hochsträß 8

verlängert bis 27. Oktober 2019

Am 3. August 1953 begann in den Räumen des heutigen Museumscafés am Marktplatz das erste Unterrichtsjahr der Hochschule für Gestaltung Ulm. Walter Peterhans leitete das „Visual Training“. Wie er, waren auch Helene Nonné-Schmidt, Josef Albers und Johannes Itten sogenannte Bauhäusler. Sie kamen als Gastdozenten nach Ulm, um in der Grundlehre zu unterrichten. Diese war als Einführung in die Grundlagen für Gestalter gedacht. In vielem bauten sie auf den am Bauhaus entwickelten Ideen auf, die dort im Vorkurs unterrichtet worden waren. Zudem ergänzten sie den Lehrstoff um Erkenntnisse, die sie seit ihrer Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau gewonnen hatten.

1955 konnte das vom ehemaligen Bauhaus-Studenten Max Bill entworfene Gebäude eingeweiht werden, in dem heute unter anderem das HfG-Archiv untergebracht ist. Walter Gropius, der das Bauhaus 1919 in Weimar gegründet hatte, war einer der Eröffnungsredner. Er war überzeugt davon, dass „die am Bauhaus gewonnene Arbeit und seine Grundidee … hier in Ulm eine neue deutsche Heimat und ihre organisatorische Weiterentwicklung gefunden“ hätten.

Der Weggang von Max Bill im Jahr 1957 ging auch auf unterschiedliche Auffassungen zurück, was pädagogische Fragen betraf und wie weit sich die HfG Ulm am Bauhaus orientieren sollte. Die übrigen Lehrenden waren überzeugt, dass der Unterricht neue Methoden und neue Fächer erforderte, weil sich seit den 1920er Jahren die Fragestellungen völlig verändert hatten.

Tomás Maldonado führte mit den von ihm vielfach selbst entwickelten Aufgaben neue Ansätze in die Ausbildung von Gestalterinnen und Gestaltern ein. In seiner Rede zu Beginn des Studienjahres 1957/58 gingt er auf das „Mißverständnis“ ein, die HfG Ulm sei eine Fortsetzung des Bauhauses. Zu einem zentralen Aspekt bekannte er sich rückhaltlos. Er sagte: „Wir übernehmen nur dessen progressive, antikonventionelle Haltung. Das Streben, einen Beitrag zu leisten zur Gesellschaft in der jeweils eigenen historischen Situation. In diesem Sinn und nur in diesem Sinn setzen wir die Arbeit des Bauhauses fort.“

Die Ausstellung „Bauhaus Ulm: Von Peterhans bis Maldonado“ blickt zurück auf die Jahre zwischen 1953 und 1958. Hundert Jahre nach der Gründung des Bauhauses zeigt sie an ausgewählten Beispielen, wie wichtig der Grundlagenunterricht in der Designausbildung bis heute geblieben ist.

Ein Ausstellungsprojekt im Rahmen des Jubiläumsprogramm 100 Jahre Bauhaus:

 

Abbildung: Grundlehre bei Helene Nonné-Schmidt, Student Bertus Mulder, 1956, HfG-Archiv / Museum Ulm

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